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Ein Spitzenjob – nur für Schwindelfreie

Auf der höchsten Baustelle Deutschlands leistet auch TÜV SÜD einen Betrag

Schwindelfreiheit erforderlich: Die hat Otto Regauer von TÜV SÜD, denn er ist in seiner Freizeit ein leidenschaftlicher Bergsteiger.
Foto: TÜV SÜD

Akrobatische Bauarbeiten: Am Kranausleger hängend wird der Beton gemischt und in die Verschalungen für den Neubau der Eibsee-Seilbahn gegossen.
Foto: TÜV SÜD

Höher als die Zugspitze: Der Kran, dessen Standsicherheit und Sicherheitseinstellungen Otto Regauer von TÜV SÜD überprüft, überragt den höchsten Gipfel Deutschlands.

Foto: TÜV SÜD

Bei Temperaturen von bis zu minus 35 Grad Celsius im Winter kommt es auch am Baukran zu extremer Eisbildung und damit verbundenen Gefahren.
Foto: TÜV SÜD

TÜV SÜD-Experte Otto Regauer ist auf der Baustelle ein gefragter Ansprechpartner für
Fragen zu Sicherheitseinstellungen des Krans.
Foto: TÜV SÜD

Ein Kran überragt derzeit das Gipfelkreuz der Zugspitze. Dort entsteht die neue Bergstation der Eibsee-Pendelbahn. Sie soll ab 2018 die Besucher schneller und bequemer auf Deutschlands höchsten Berg bringen. Die Standsicherheit und Sicherheitseinstellungen hat in schwindelnder Höhe Otto Regauer von TÜV SÜD getestet.

Deutschland stellt derzeit einen neuen Rekord auf: Der höchste Punkt des Landes ist um genau 13 Meter angewachsen. Allerdings nur vorübergehend. Auf der Zugspitze überragt derzeit ein Liebherr Flat-Top-Kran 150 EC-B 6 Litronic den 2.962 Meter hohen Gipfel. Er wurde im Juni 2015 aufgestellt, um die Bergstation der neuen Eibsee-Seilbahn zu bauen.

Ein Helikopter brachte den spitzenlosen Obendreher an seinen exponierten Standort. Experten von Liebherr, der Bayerischen Zugspitzbahn Bergbahn AG und der Schweizer Fluggesellschaft Heliswiss sorgten für die reibungslose Montage. Der Kran hat die imposante Ausladung von 50 Metern und eine Hakenhöhe von 18,6 Metern. Um den enorm hohen Windgeschwindigkeiten von bis zu 280 Stundenkilometern und der Kälte mit Wintertemperaturen von manchmal minus 35 Grad Celsius zu trotzen, wurde der Kran für diesen Einsatz speziell konfiguriert.

Deutschlands höchste Baustelle bescherte auch Otto Regauer von TÜV SÜD einen Arbeitsplatz im Extrembereich. Um nach der Montage die Standsicherheit und Sicherheitseinstellungen zu testen, musste er auf den Ausleger klettern, an dem über 3,5 Tonnen Prüflast befestigt waren. Schwindelfreiheit ist dafür Voraussetzung. Aber für Regauer ist die Höhe kein Problem, schließlich ist er ein begeisterter Bergsteiger.

Otto Regauer leistet seinen Beitrag, damit die neue Eibsee-Pendelbahn ab Anfang 2018 Besucher von der Mittelstation Sonnalpin zum Zugspitzgipfel bringen kann. Zwei Rekordmarken werden dabei gesetzt: Die Seilbahn wird die weltweit höchste Stahlstütze mit 127 Metern bekommen. Und keine andere Seilbahn der Welt überwindet mit 3.207 Metern Abstand von der Stütze bis zur Bergstation eine größere Entfernung.

Die neue moderne Pendelbahn soll mehr als doppelt so viele Menschen pro Stunde befördern als die alte Eibsee-Seilbahn. Die Kosten für die neue Anlage werden mit 50 Millionen Euro veranschlagt.

Der Einsatz auf der Zugspitze ist für TÜV SÜD ein spektakulärer. Krane zu prüfen und vor der Inbetriebnahme die notwendige Konformitätserklärung zu erstellen, das ist für TÜV SÜD jedoch Alltag. Als verlässlicher Partner für alle Hersteller, Errichter, Anwender und Betreiber von Hebezeugen und Krane. Und das auch im Flachland.