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Mehr Sicherheit auf türkischen Straßen

Die einzigartige Erfolgsgeschichte von TÜVTÜRK

Ein Besuch in der TÜVTÜRK-Prüfstelle im Istanbuler Stadtteil Dudullu.
Video: TÜV SÜD

Die Marke „TÜV“ kennt in der Türkei jedes Kind – dank TÜVTÜRK. Das Unternehmen ist seit 2008 für die regelmäßige Prüfung aller Fahrzeuge in dem Land zuständig. Eine Erfolgsgeschichte nach deutschem Vorbild.

Im Februar 2009 war es geschafft: In diesem Monat ging die vorläufig letzte Fahrzeugprüfstation von insgesamt 189 TÜVTÜRK-Stationen in der Türkei in Betrieb. Ein Projektteam aus rund 30 Ingenieuren hatte in nur 18 Monaten den Bau der Stationen mit 457 Prüfgassen gestemmt, hatte ein Dutzend lokale Bauunternehmen koordiniert – und nebenbei die Ausbildung von mehr als 2.000 neuen Mitarbeitern gemanagt. Eine logistische Meisterleistung. Der Lohn: Mit seinen festen und weiteren 81 mobilen Stationen übernimmt TÜVTÜRK seit dieser Zeit die zuvor staatlich organisierte landesweite Fahrzeugüberwachung. Im staatlichen Auftrag führt das Unternehmen diese Tätigkeit als Monopolist durch.

Ausgangspunkt war eine Anfrage an TÜV SÜD im Jahr 2004: Die türkische Regierung suchte einen Vertragspartner, der die unzureichende staatliche Fahrzeugüberwachung landesweit übernehmen könne – und fand diesen Partner in TÜV SÜD, dem türkischen Unternehmen Dogus und dem Bauunternehmen Akfen, die in der Gründungsphase gemeinsam hinter TÜVTÜRK standen. Seit Ende 2009 ist das britische Unternehmen Bridgepoint neben Dogus Konsortialpartner von TÜV SÜD. Die klare Absicht der Regierung in Ankara war es, das türkische Fahrzeugüberwachungssystem auf eine moderne Basis zu stellen, die den hohen Anforderungen an die Fahrzeugsicherheit wie in der EU Rechnung trug. Dass das erfolgreiche deutsche System der unabhängigen Überwachung durch die vielen türkischen Gastarbeiter auch in deren Heimatland bestens bekannt war, trug mit dazu bei, dass das blaue TÜVTÜRK-Oktagon seither für Sicherheit auf den Straßen von Istanbul, Ankara oder Bursa steht.

„Hinter den beeindruckenden Zahlen des Stationsaufbaus“, so berichtete das TÜV SÜD Journal im Jahr 2009 stolz, „verbergen sich viele Herausforderungen, die nicht sofort ersichtlich sind: Von den kulturellen Unterschieden, die bei einem Projekt dieser Größenordnung eine Rolle spielen, einmal abgesehen, stellt die Türkei mit ihrer Landesgröße, ihrer speziellen Topografie und den starken Wetterunterschieden die Planungs- und Bauteams von TÜVTÜRK immer wieder vor gewaltige Aufgaben. Auch konzentrieren sich 20 Prozent des Fahrzeugaufkommens in der Türkei auf den Ballungsraum Istanbul – trotzdem muss das ganze Land mit Stationen abgedeckt werden.  Die Urlaubsregionen der Türkei in Küstennähe sind ebenfalls stark verkehrsfrequentiert – dort darf aber in der Hauptsaison nicht gebaut werden. Im Osten des Landes kommt hinzu, dass hier das Straßennetz deutlich schlechter ist als in der Westtürkei, die Küstengebiete steigen zum Teil steil an und das Landesinnere wird von hohen Gebirgen geprägt, die insbesondere im Winter Probleme bereiten.“

Mit 800.000 Fahrzeuguntersuchungen und 2.500 Mitarbeitern startete das Unternehmen, mittlerweile führen 3.500 Experten an über 200 festen und mehr als 100 mobilen Prüfstationen fast neun Millionen Hauptuntersuchungen durch. TÜV SÜD ist damit in der Türkei längst erfolgreicher als in Deutschland. Wenn das keine Erfolgsgeschichte ist!