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Sicher auf der Rückbank: Kindersitze im Crashtest

Nie war der Nachwuchs besser geschützt im Auto – auch dank TÜV SÜD

Beim TÜV SÜD-Crashtest müssen die Kindersitze beweisen, was deren Hersteller versprechen.
Foto: TÜV SÜD

Beim Kauf eines Kindersitzes ist Sicherheit für die Eltern das Wichtigste. Seit fast 25 Jahren prüft TÜV SÜD mit Crashtests, ob sich die Sitze bei einem Unfall bewähren.

Die Testkarosserie eines Golf-Chassis auf Schienen beschleunigt auf 51 km/h und wird dann abrupt abgebremst. Es hätte auch ein Aufprall auf ein anderes Fahrzeug sein können. Auf seiner Crashtest-Versuchsanlage in Garching testet TÜV SÜD die Sicherheit von Kindersitzen. Im Moment des Zusammenstoßes ist der Augenblick der Wahrheit gekommen. Wie weit fällt der Oberkörper des Kinder-Dummys nach vorne? Wie reagiert das Material des Sitzes? Bleibt der Kindersitz in seiner Verankerung?

Anfang der 1990er-Jahre war für Kinder das Autofahren lebensgefährlich

Im Sommer 2015 hat TÜV SÜD den 200sten Kindersitz für das Magazin „auto motor sport getestet. Das Resultat war hervorragend. Nur ein Sitz ist beim Crashtest durchgefallen. Am Anfang der Testserie in den frühen 1990er-Jahren sahen die Ergebnisse deutlich schlechter aus. Rund zwei Drittel der überprüften Sitze fielen durch.

Einige Rückenlehnen zerbrachen beim Aufprall, teilweise wurden beim Crash die Sitze aus ihrer Verankerung gerissen oder der Gurt verletzte die sechsjährigen Dummys an der Schulter. Früher war Autofahren für Kinder lebensgefährlich. 

Doch was zeichnet einen guten Kindersitz aus?

„Ein guter Sitz schneidet bei den Verbraucherschutz-Crashtests überdurchschnittlich positiv ab. Er sollte außerdem Komfort für das Kind bieten und sich einfach und verständlich in ein Fahrzeug einbauen lassen“,  fasst Lothar Wech, Sicherheitsexperte bei TÜV SÜD, die wesentlichen Voraussetzungen zusammen.

Im Dezember letzten Jahres gab es bei TÜV SÜD eine Konferenz rund um Kinderrückhaltesysteme. Lothar Wech hat bei den Produzenten einen Paradigmenwechsel beobachtet: „Bisher wurden Autos praktisch ausschließlich für Erwachsene gebaut, aber jetzt denken immer mehr Hersteller schon bei der Konstruktion der Fahrzeuge auch an Kinder als Beifahrer.“