088

Gutes Holz für ein gutes Gewissen

Nachhaltiges Siegel: die FSC-Zertifizierung für ökologisch bewirtschafteten Wald

Für eine grünere Welt: Das FSC-Siegel bescheinigt Herstellern von Holz- und Papierprodukten, dass ihre Rohstoffe aus nachhaltiger Wald-Bewirtschaftung stammen.
Foto: Getty Images

Möbel, Dielenböden, Papier... Holz ist in unserem Leben allgegenwärtig. Das Gute an dem Rohstoff: Er wächst immer wieder nach und ist im Prinzip bis in die Ewigkeit verfügbar – zumindest, wenn er aus nachhaltiger Forstwirtschaft stammt.

Wälder sind die grüne Lunge der Erde! Sie sind lebenswichtig für Menschen und Tiere. Sie speichern Kohlendioxid und produzieren Sauerstoff, regulieren den Wasserhaushalt und beeinflussen das Klima. Außerdem sind sie eine Oase der Ruhe und Erholung. Spazieren gehen, Beeren oder Pilze sammeln, Tiere beobachten – der Wald bietet Raum für Regeneration.

Wälder sind aber auch eine Schatzkammer! Ob als Energieträger, als Baumaterial für Häuser oder als Werkstoff für Möbel und viele andere Produkte: Holz ist einer der ältesten vom Menschen genutzten Rohstoffe – und bis heute die wichtigste nachwachsende Ressource.

Damit Fichte, Lärche oder Buche auch künftigen Generationen ausreichend zur Verfügung stehen, wurde schon vor Jahrhunderten eine simple Regel für die Wald-Bewirtschaftung aufgestellt: Nie mehr Holz fällen, als im gleichen Zeitraum nachwachsen kann. Nachhaltigkeit – ein Prinzip, das so einfach wie effektiv ist. Zumindest theoretisch: Seit den 1980er-Jahren machen großflächige Rodungen in tropischen Regenwäldern Negativschlagzeilen.

Zeitweise wurde jährlich eine Fläche in der Größe Bangladeschs abgeholzt. Experten schätzen, dass zwischen 1990 und 2000 im Durchschnitt 83 Millionen, in den Jahren 2000 bis 2010 pro Jahr 52 Millionen Hektar verloren gingen. Unter dem Eindruck dieses Raubbaus gründeten sich in der Folgezeit zahlreiche nationale und internationale Vereinigungen, um die Wälder zu schützen. Eine der erfolgreichsten: das Forest Stewardship Council.

Holz ist einer der ältesten vom Menschen genutzten Rohstoffe – und bis heute die wichtigste nachwachsende Ressource.

Mit dem Ziel, Wälder zu erhalten und eine umweltfreundliche sowie sozialverträgliche Bewirtschaftung zu fördern, entwickelte der 1993 gegründete Verband ein System zur Zertifizierung nachhaltiger Forstwirtschaft. Die Idee: Verbraucher überall auf der Welt sollten auf einen Blick erkennen können, ob ein Produkt aus verantwortungsvollen Quellen stammt. Seither ist das FSC-Label auf Liegestühlen und Gartenmöbeln, Bodendielen, aber ebenso auf Zeitungspapier zu finden – wenn die Kriterien des FSC erfüllt werden. Diese sind in einem Zehn-Punkte-Katalog zusammengefasst und beinhalten neben der nachhaltigen Bewirtschaftung auch Mindestanforderungen an Arbeitsbedingungen, den Schutz der einheimischen Bevölkerung oder allgemeine Auswirkungen auf die Umwelt. Weil auf dem Weg vom Wald bis zum Endverbraucher die Holzprodukte viele Stufen der Produktion und Bearbeitung durchlaufen, vergibt das FSC zusätzlich ein Zertifikat, das die gesamte Produktions- und Lieferkette untersucht. Dieses FSC-CoC-Zertifikat soll den Verbrauchern besondere Sicherheit geben.

TÜV SÜD ist eines von weltweit rund 30 Unternehmen, die FSC-Zertifizierungen vergeben. Sebastian Hetsch leitet die internationalen Aktivitäten. Über 250 Unternehmen in 15 Ländern wurden von TÜV SÜD bereits begutachtet. „In Asien und Europa wächst die Nachfrage besonders stark“, freut sich Hetsch. Die Experten prüfen dabei die Liefer- und Produktionskette von holzverarbeitenden Betrieben, darunter Säge- und Hobelwerke, Bau- und Möbeltischler, Zimmereien, Druckereien sowie Verlage und Buchbindereien. Schwerpunkte der Audits sind die Überprüfung der Kennzeichnung von Stämmen, Schnittholz und Lagerbeständen sowie die Prüfung von Anlagen, Arbeits- und Verwaltungsabläufen. Stimmen diese mit den FSC-Richtlinien überein, erhält das Unternehmen das FSC-CoC-Zertifikat, das fünf Jahre gültig und international anerkannt ist.

Mit grüner Power: TÜV SÜD-Experte Sebastian Hetsch zertifiziert Unternehmen der Forstwirtschaft nach FSC-Richtlinien.
Foto: TÜV SÜD