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Himmelstürmer auf Knopfdruck

Wolkenkratzer ohne Lift? Undenkbar. Dank der Expertise von TÜV SÜD werden Aufzüge in hohen Gebäuden immer sicherer

Hoch, höher, am höchsten: Burj Khalifa.
Video: Getty Images

Das Burj Khalifa ist mit 828 Metern der höchste Wolkenkratzer der Erde. Nach oben bringt Besucher der Lift mit der größten Förderhöhe überhaupt: 504 Meter. Die Sicherheit in den Aufzügen solcher Hochhäuser hat höchste Priorität.

Araber in weißen Dischdascha-Gewändern steigen ein. Ein Gruppe Touristen folgt. Mit hydraulischem Summen schließt sich die Tür des Aufzugs im Burj Khalifa in Dubai, dem höchsten Gebäude der Welt. „Jetzt geht’s los“, freut sich eine Dame. Und tatsächlich: Mit enormer Beschleunigung fährt die Kabine an. Überrascht blicken die Insassen auf die digitale Anzeige. Schneller als die Sekunden der Uhr springen die Stockwerk-Zahlen um – bis sie bei 124 langsam austrudeln.

In weniger als 60 Sekunden ist die Kabine bis auf’s „Mitteldeck“ gelangt eine weitere Aufzugsanlage führen hinauf auf 638 Meter Höhe. Mit 36 km/h oder 10 Metern pro Sekunde – der drittschnellste Aufzug der Welt. Die Touristen sind ganz begeistert angesichts der Beschleunigung. Aber ist der Lift auch sicher? Daran denken sie in diesem Moment gar nicht.

Die Sicherheit in Aufzügen hat höchste Priorität – auch in den höchsten Gebäuden der Welt. TÜV SÜD prüft Aufzüge rund um den Globus. Circa 300 Sachverständige arbeiten für das Unternehmen. „Wir haben es heute mit hochkomplexen und softwaregestützten Systemen zu tun“, erklärt Dieter Roas, Leiter Fördertechnik bei TÜV SÜD Industrie Service.

Schon zur Inbetriebnahme in Neubauten kommen die Fachleute von TÜV SÜD. Im Vorfeld prüfen sie die technischen Unterlagen und dann die Anlagen selbst, bringen die Prüfplakette im Fahrkorb an und kümmern sich hinterher auch um die elektronische Dokumentation.

Besitzer oder Verwalter von Neu- und Bestandsimmobilien können die Sachverständigen von TÜV SÜD nach der Inbetriebnahme natürlich auch mit der regelmäßigen Prüfung der Aufzüge betrauen. Sie bringen dann auch gleich einen Aufzugsmonteur mit, der eventuelle Defekte sofort nach ihrer Identifizierung beheben kann.

Hochkomplexe Aufzugsysteme erhöhen permanent die Anforderungen für die Prüfer.

Grundsätzlich gilt dabei: Ein Fahrstuhl mit der Plakette von TÜV SÜD bürgt den Passagieren für größtmögliche Sicherheit.

Die Anforderungen an die Spezialisten von TÜV SÜD wachsen in diesem Sektor immer weiter. „Die Gebäude werden in Zukunft noch höher und die Aufzüge noch schneller, sagt Fördertechnik-Leiter Roas. Aufzughersteller arbeiten derzeit an neuen Antriebssystemen, wie zum Beispiel Linearantrieben. Damit können mehr Fahrgäste noch schneller nach oben oder unten befördert werden. Dann müssen auch seine Sachverständigen noch höher hinaus.