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Wahre Auto-Mobilität: Wagen, die selber fahren

Selbstfahrende Autos werden unser mobiles Leben leichter machen. Für die Sicherheit sorgt TÜV SÜD

In selbstfahrenden Autos übernimmt der Autopilot das Steuer.
Foto: Corbis

Auf den Straßenverkehr zu achten, war beim Autofahren bisher oberstes Gebot. Bisher! Denn schon bald könnte die Führerscheinprüfung überflüssig werden. Längst sind Fahrzeuge selbstständig auf Teststrecken unterwegs. TÜV SÜD stellt sicher, dass der Autopilot nicht zum Geisterfahrer wird.

Den Kaffee in der linken Hand, das Smartphone in der rechten. Der Wagen surrt über die Straße, während wir E-Mails checken, ein Buch lesen oder dösen. Das Ziel haben wir bei Fahrtantritt in den Bordcomputer eingetippt – das war’s. Was heute noch unglaublich klingt, soll Ende der Dekade bereits Realität sein: der Autopilot. „Spätestens dann werden neue Autos über Systeme verfügen, die uns das Fahren auf vielen Strecken komplett abnehmen können“, prognostiziert Udo Steininger, bei TÜV SÜD für automatisiertes Fahren verantwortlich. Schon jetzt sorgen Assistenzsysteme beim Notbremsen, Abstand- und Spurhalten sowie Parken für weniger Unfälle und Emissionen.

Die Autoindustrie jedenfalls ist bereit: Sie verfügt über serienreife Selbstfahrsysteme. TÜV SÜD arbeitet an dieser Entwicklung mit. Das Projektteam um Udo Steininger ist damit ein Vorreiter bei der Gestaltung und Auslegung des gesetzlichen und normativen Rahmens für automatisiertes Fahren. Darüber hinaus „sind wir Marktführer beim Absichern der Erprobung von automatisiertem Fahren im öffentlichen Straßenverkehr“, sagt Steininger.

TÜV SÜD trägt entscheidend dazu bei, automatisierte Fahrsysteme sicher auf die Straße zu bringen.

Um die Zulassungsfähigkeit selbstfahrender Autos zu erreichen, unterstützt TÜV SÜD Hersteller und Entwickler autonomer Systeme bei der Durchführung von Gefährdungs- und Risikoanalysen und liefert seine Expertise für die Sicherheitskonzepte.

Sicherheit ist für die künftigen Autopiloten das Thema schlechthin: Das Team von TÜV SÜD hat 2013 unter anderem das Sicherheitskonzept des Daimler-Versuchsträgers abgesegnet, der 2013 automatisch die Bertha-Benz-Route abfuhr. „Das Wichtigste ist, dass Fahrzeuge zukünftig ausreichend lange vorausschauen können, während sich die Fahrer mit anderen Dingen beschäftigen“, erklärt Steininger. Und selbst wenn der Fahrer auch nach einer Vorlaufzeit nicht oder nicht richtig reagiert, soll sich das Auto von allein richtig verhalten. Entwickler arbeiten derzeit an einem solch intelligenten Auto.

550 Meilen nach Las Vegas – TÜV SÜD hat das Auto nicht allein gelassen

Die Ankündigung des Internet-Riesen Google, eine Testflotte für einen Taxiservice in fünf Jahren auf den Markt bringen zu wollen, hatte die Autoindustrie überrascht. Udo Steininger blickt entspannt auf die IT-Konkurrenz. „Google will die Zeit, die Autofahrer jetzt noch mit dem Fahren verbringen, für die Nutzung seiner Dienste gewinnen, aber sicher nicht im großen Stil als Autobauer auftreten.“

Die Autoindustrie will trotzdem in der IT-Branche Präsenz zeigen. Audi ließ 2015 einen Prototyp öffentlichkeitswirksam per Autopilot 550 Meilen zur Elektronikmesse CES nach Las Vegas fahren. Für den „Show Case“ in Kalifornien hat das TÜV SÜD-Team an der Absicherung mitgearbeitet.